UM Politics Talks

UM Politics Talks

In einer polarisierten Welt wendet das Gesprächsformat UM Politics den Fokus auf das Dazwischen und richtet den Blick nach vorne. Wir treffen Menschen, die einen Beitrag leisten, die Welt, wie sie sich uns heute zeigt, zu verstehen und zu gestalten.

Christoph Schram, Meret Rieger und Daniel Häni

 

Vorschau


30. November um 20 Uhr | Die Unterwerfung
Philipp Blom, Historiker und Bestsellerautor

 

12. Dezember um 20 Uhr | Konstruktive Kompromisse
Beat Jans, Regierungspräsident von Basel

 

Januar 23 | Ein Gespräch über Gespräche
Barbara Bleisch, Moderatorin Sternstunde Philosophie SRF

Zum Nachhören als Podcast

Oktober | Wer scheigt, stimmt zu

Ulrike Guérot | Politikwissenschaftlerin, Bestseller Autorin

 

September 22 | Respekt, Politik, Shitstorm

Sibel Arslan, Nationalrätin

 

Juni 22 | Wie steht es um die Demokratie?

Andreas Gross, Politiker und Autor

 

Mai 22 | Wirtschaft, Wachstum, Klima

Heiner Flassbeck, Ökonom

 

April 22 | Pazifismus aufrüsten

Elke Schmitter, ehemalige Chefredaktorin der Berlin TaZ, Autorin

 

März 22 | Weltbeziehungen

Hartmut Rosa, Professor für Soziologie

 

Februar 22 | Was ist Ideologie

Wolfgang M. Schmitt, Film- und Ideologiekritiker

 

Zum Nachschauen im Video

UM Politics Talks bei Youtube

 

 

 

UM Politics Talks Archiv

Ulrike Guerot | Wer schweigt, stimmt zu

In Krisenzeiten und kollektiver Unsicherheit entwickeln sich Bewältigungs-Erzählungen zu Einbahnstrassen und kompromisslosen Narrativen. Ansichten und Perspektiven, die von diesem Weg abweichen, wirken störend und fehl am Platz. Es kommt zu einer Einteilung in Schwarz und Weiss, Gut und Böse. In der Covid-19 Pandemie hat sich dieser Umstand besonders stark gezeigt. Es haben sich Meinungen und Positionen gebildet, die nicht mehr im Austausch miteinander stehen. Ulrike Guérot hat diesem Phänomen, den Essay „Wer schweigt, stimmt zu“ gewidmet.  Sie untersucht, welche Rolle unterschiedlichen Meinungen für die Demokratie spielen, welche Gefahr von einseitigen Krisen-Narrativen ausgeht und wie wir in Zukunft gemeinsam Politik gestalten wollen. Wir sprechen mit ihr über ihre Erfahrungen, über Ihre aktuellen Einschätzungen in der Energie und Kriegskrise und nicht zuletzt über die Aussichten für ein besseres, friedliches Miteinander.

 

Zur Person

Ulrike Guérot  ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Sie ist Gründerin der Denkfabrik European Democracy Lab mit Sitz in Berlin und seit 2021 Professorin für Europapolitik an der Universität Bonn. Sie ist Autorin mehrerer Bestseller – darunter “Warum Europa eine Republik werden muss” (2016) und “Der neue Bürgerkrieg” (2017).

 

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Sibel Arslan | Respekt, Politik, Shitstorm

Christoph Schram, Meret Rieger mit Sibel Arslan
Foto: Katharina Schillinger

 

Was zeichnet ein gutes politisches Gespräch aus? Kann Zuhören und Verstehen ein Schlüssel zum Erfolg sein? Was sind die roten Linien, wenn es dabei emotional und hitzig zugeht? Wie kann ein respektvoller Diskurs gelingen? Wie kommt man zu tragfähigen Synthesen und vermeidet faule Kompromisse?

Sibel Arslan ist dafür bekannt, als Nationalrätin auf der Bühne politischer Diskurse selbstbewusst einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Das passt nicht Jedem und Jeder. Immer wieder erheben sich Stimmen, die sich gegen ihre Person und nicht gegen ihre Argumente richten. Wie erlebt Sibel Arslan diese personenbezogenen Shitstorms und wie steht sie zum Sinn oder Unsinn von “Cancel Culture”? Was braucht es für einen respektvollen politischen Diskurs?

Zur Person

Sibel Arslan ist für die Grünen und Basta im Nationalrat aktiv. Arslan ist 1980 in der Türkei geboren und kam 1991 nach Basel. Seit 2004 besitzt sie die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sie studierte Jura an der Universität Basel. 2015 wurde sie in den Nationalrat gewählt und 2019 bestätigt.

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Andreas Gross | Wie steht es um die Demokratie?

Demokratie ist der Prozess, mit dem wir unser Zusammenleben gestalten, Macht ausüben und politisieren. Der demokratische Staat ist handlungsfähig durch die Zustimmung seiner Bürger:innen. In einer Demokratie bilden die Bürgeri:innen den „Souverän“. Die Bedeutung global agierender Unternehmen und der transnationalen Organisationen schaffen neue Herausforderungen der Demokratie. Die Staaten agieren nicht mehr als souveräne Schiedsrichter über die Märkte, sondern werden den Märkten unterworfen und so zum Spielball von Kapitalinteressen. Die multiplen Krisen der Gegenwart (Covid, Klima, Krieg, Wirtschaftskrisen) setzten die demokratischen Institutionen zunehmend weiter unter Druck. Es bedarf innovativer Denkanstösse, um nach vorne zu schauen und die Demokratie zu erweitern.
Müssen wir die Demokratie genauso global denken wie die Märkte und neu einrichten? Wie machen wir die Demokratie in der Schweiz fit für das 21. Jahrhundert?

Zur Person
Andreas Gross ist Politikwissenschaftler und Historiker, war Schweizer Nationalrat und Europarat und gilt als einer der besten Kenner der Schweizer Demokratie. Seit 30 Jahren nimmt er vor allem an deutschen Unis Lehraufträge zur Direkten Demokratie im globalen Vergleich wahr. Er ist Mitbegründer der „Gruppe für eine Schweiz ohne Armee“, Mitinitiator der Volksinitiative zum Beitritt der Schweiz zur UNO und Autor zahlreicher Bücher über Demokratie, Menschenrechte und Friedenspolitik.

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Heiner Flassbeck | Wirtschaft, Wachstum, Klim

Christoph Schram im Gespräch mit dem Ökonomen Heiner Flassbeck

„Wir verstehen ökonomische Zusammenhänge komplett falsch“, sagt der Ökonom Heiner Flassbeck bei UM Politics im Unternehmen Mitte. In einem engagierten Auftritt plädiert er für den Mut, Wirtschaft neu zu denken und anders zu gestalten. Dieser Mut zur Gestaltung bedarf allerdings eines grundlegenden Verständnisses ökonomischer Zusammenhängen.

Mit Blick auf das Tagesgeschehen postuliert Flassbeck kontrovers, „wir haben keine Inflation, was wir haben sind Preissteigerungen“, um diese in den Griff zu bekommen braucht es Investitionen der Privatwirtschaft und keine Zinserhöhung der Zentralbanken.

Ohne den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine rechtfertigen zu wollen, plädiert Flassbeck, dafür, dass „der Westen“ und seine Institutionen Verantwortung für die Fehler übernehmen, die in der internationalen Zusammenarbeit gemacht wurden. Das gilt für die ehemaligen Sowjet-Staaten, aber auch für den Globalen Süden. Die Idee der freien Märkte auf dem ganzen Globus zu verteilen sei verantwortungslos gewesen und habe nicht funktioniert. „Der Neoliberalismus wollte die Marktwirtschaft neu erfinden, hat sie aber effektiv getötet“, sagt Heiner Flassbeck mit Blick auf die letzten 40 Jahre wirtschaftliche Entwicklung. Um die multiplen Krisen der Gegenwart anzupacken, müssen wir Bestehendes grundlegend hinterfragen. Die Klimafrage lasse sich nur über eine reale Verknappung der Rohstoffe erzielen, also müsse man dafür sorgen „dass das Öl in der Erde bleibt“.

 

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Elke Schmitter | Pazifismus aufrüsten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christoph Schram im Gespräch mit Elke Schmitter, Journalistin und Autorin aus Berlin.

Aus dem Inhalt:

Der Krieg wird gerade salonfähig. Lasst uns den Pazifismus aufrüsten.

Pazifismus bezeichnet eine Grundhaltung, die jede Anwendung von Gewalt ablehnt und mit aller Kraft für den Frieden eintritt. Ein*e Pazifist*in lehnt jede Form von Krieg grundsätzlich ab. Selbst wenn ein Staat angegriffen wird, soll dieser sich nicht mit militärischen Mitteln verteidigen.

Mit dem Krieg in der Ukraine steht eine pazifistische Haltung unter Rechtfertigungszwang. Was bedeutet Pazifismus heute? Wie können wir Frieden fördern, wenn Krieg herrscht?

Bericht in der Basler Zeitung:
«Man kann Pazifisten nicht vorwerfen, dass Krieg ist»

Interview mit Elke Schmitter in der Basler Zeitung:
«Der Pazifismus ist eine Antwort, die ein Gegenüber braucht»

 

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Hartmut Rosa | Weltbeziehungen

Christoph Schram im Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa

„Dass es immer so weiter gehen muss, ist die Krise“, sagt Hartmut Rosa mit Verweis auf Walter Benjamin. Klimakrise, Wirtschaftskrisen, COVID-Pandemie und nun der Krieg in der Ukraine sind Ausdruck eines „aggressiven Weltverhältnisse“. Dass wir immer schneller, immer weiter, immer innovativer sein müssen, ist der Grundmodus der Weltbeziehung der Moderne. Diese Beschleunigung der Welt ist getrieben von der „Verheißung auf Weltreichweitenvergrößerung und Resonanz“. Resonanz ist das Versprechen. Entfremdung ist die Realität. Wie können wir diese erkrankte Weltbeziehung heilen?

Zur Person Hartmut Rosa, ist Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie in Jena (D) und Direktor des Max Weber Kollegs in Erfurt (D). Er gilt als einer der führenden intellektuellen Stimmen im deutschsprachigen Raum.

 

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Wolfgang M. Schmitt | Was ist Ideologie?

Christoph Schram im Gespräch mit Wolfgang M. Schmitt, Film- und Ideologiekritiker

Am 23. Februar 2022 startete die Veranstaltungsreihe «UM Politics Talks» im Unternehmen Mitte. In einem konzentrierten Gespräch widmete sich der Abend den Ideologien, die sich in Film, Wirtschaft, Politik und Medien zeigen. „Als Ideologiekritiker bin ich Profiteur der Krise“, sagt Wolfgang M. Schmitt nicht ohne Ironie. Eine Ideologiekritik ist gerade jetzt wichtig, um die Welt als einen gestaltbaren Ort zu erfahren.

 

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